SeedsHey Rosetta!Genre: RockDescription: motor.de Die kanadischen Indierocker fahren auf ihrem Zweitwerk groß auf doch verzetteln sich dabei hin und wieder in leichtem Klang-Chaos. Zum Glück gibt es aber noch einen internen Nachschlag der zeigt wie es in Zukunft noch besser funktionieren könnte. (Foto: Unter Schafen Records) Ganz oder gar nicht. Was zur Verfügung steht wird involviert: Während sich viele Genre-Kollegen in der Vergangenheit eher mit minimalistischen Arrangements anfreundeten können den kanadischen Indierockern von Hey Rosetta! scheinbar nicht genug Spuren im Studio zur Verfügung stehen. Auf ihrem Zweitwerk Seeds jedenfalls wird ordentlich geklotzt was die Produktion anbelangt. Das verhilft diversen Songs wie beispielsweise dem vertrackten und mit Off-Beats unterlegten New Sum dem treibenden Welcome oder auch dem epischen Yer Fall zu geballter Inbrunst kann aber wie im Falle des eröffnenden Titeltracks oder des folgenden völlig aus der Bahn laufenden Yer Spring auch nach hinten losgehen. Die Mischung stimmt noch nicht so ganz bei den Mannen um Sänger und Songschreiber Tim Baker wenn sich opulente Sound-Strukturen mit progressiven Basis-Wechseln und ruhigen Nuancen um die Vorherrschaft im bandeigenen Universum streiten. Zu welcher intensiveren Herangehensweise man den Kanadiern letztlich raten möchte ist aber alles andere als einfach denn jeder Kontrast-Ausflug für sich besticht auf insgesamt vierzehn dargebotenen Songs durch Detailverliebtheit und Ausdruck. Hey Rosetta! – Bandages Nur nicht irgendwie alles auf einmal möchte man dem Sextett zuflüstern. Denn wenn sich plötzlich entspannter Minimalismus in brachiale Epik verwandelt und Zartes mit Hartem anbändelt macht sich beim Hörer schnell Verwirrung und Überreizung breit. Wie man das Ganze vielleicht um einiges zugänglicher und unkomplizierter hätte gestalten können zeigen Hey Rosetta! am Ende selbst indem sie die drei Songs Young Glass Welcome und Seventeen nochmals in einer abgespeckten Akustik-Version vortragen. Die Symbiose aus den Wurzeln ihres Schaffens und punktuell eingestreuten orchestralen Elementen in Verbindung mit Bakers markantem Organ belegen aber dennoch dass weniger auch im Kosmos dieser Band manchmal mehr sein kann. So beruhigt das Finale am Ende doch noch erhitzte Gemüter die sich bis zum eigentlich abschließenden Bandages über den berühmten Touch too much ärgerten und mit dem Nachspiel-Dreier versöhnt werden. Ob sich die Band in Zukunft mit der Intensivierung des Less Is More-Gedanken beschäftigen wird bleibt allerdings abzuwarten und dürfte eher unwahrscheinlich sein. Denn sonst hätte man derartige Klangbilder ins eigentliche Paket involviert anstatt den Bonus Track-Joker zu ziehen. Kai Butterweck VÖ: 27.04.2012 Label: Unter Schafen Records Tracklist: 01. Seeds 02. Yer Spring 03. Young Glass 04. Bricks 05. New Sum 06. Downstairs 07. Welcome 08. Seventeen 09. Yer Fall 10. Parson Brown 11. Bandages 12. Young Glass (Acoustic) 13. Welcome (Acoustic) 14. Seventeen (Acoustic)